Reinhard Winkler

Fotografie

Bockgasse 3

A-4020 Linz

0699 81 63 99 29

winkler.foto@aon.at


		

„So ein Feature widerspricht eigentlich allen Prinzipien, die meine Arbeit ausmachen“,

so Reinhard Winkler, der die Merkwürdigkeit reflektiert, dass ein Artikel über seine

Person höchstselbst geschrieben werden soll, denn: „ich bin selbst kein Künstler, ich

schau lieber zu“. Reinhard Winkler fotografiert seit 2004 professionell

und man möchte sagen, dass seine bisherige Entwicklung als Journalist und

Pressefotograf doch schon erstaunlich ist. Diese Erstaunlichkeit betrifft sowieso die

Qualität seiner Arbeit, die von Anfang an sein fotografisches Auge als sehendes

Auge bestätigte, aber noch viel mehr seine Etablierung als Fotograf in der Linzer

Szene. Man hat so das Gefühl, dass er in Rekordgeschwindigkeit mit den

verschiedensten freien wie etablierten lokalen KünstlerInnen, Gruppen sowie

Institutionen gearbeitet hat, außerdem in vielen oberösterreichischen Printmedien als

Pressefotograf (und auch Autor) präsent ist und sich diese Kreise immer noch

beständig in alle Richtungen ausweiten. Ihn selber nötigt das zu der verwunderten

Aussage: „Der Hype reißt nicht ab“, obwohl er’s fast nicht zugeben mag. Zum

erfolgreichen Arbeiten befragt, sagt Reinhard Winkler selbst, dass es in seiner

Arbeitspraxis als Fotograf „um ein ständiges Zurücknehmen“ geht, darum, den

Rahmen so zu setzen, dass er als Fotograf in eine Position eines Beobachters

kommt, eines (nicht nur visuell) Fragenden. Völlig wertfrei gemeint, geht es in seiner

Arbeit darum, den Fotografierten einen geeigneten Rahmen für „alle Facetten von

Eitelkeit“ zu setzen – um der jeweils höchstpersönlichen Eigenart zum Ausdruck zu

verhelfen. Es sei nun an dieser Stelle verraten, dass die Autorin dieser Zeilen mit

dem Fotografen und Autor Winkler des Öfteren zusammenarbeitet: Quasi als

Winkler-Kennerin möchte die Autorin ergänzen, dass die Winklersche Besonderheit

aber etwas anderes auch noch ist, nämlich ein spezielles Wechselspiel von sagen

wir, spielerischer Neugier und existenzieller Skepsis. Das fördert eine Art von

Reflexion zu Tage, die nicht nur zu interessanten fotografischen Ergebnissen führt,

sondern auch zu besonderen kommunikativen wie selbstreflexiven Fähigkeiten. Zum

Beispiel könnte man sehr lange und durchaus nicht unlustig mit ihm diskutieren, was

denn überhaupt die „Professionalität“ bedeutet, die eingangs in diesem Text erwähnt

wurde. Aber ein noch besseres Beispiel wäre der auch in diesem Text

vorgekommene Begriff der „Eitelkeit“: Ist der Reinhard Winkler selber gar nicht eitel,

wenn er sagt: „ich schau lieber zu“? Oder ist er vielleicht nicht viel eitler, weil er sich

als ewig Selbstreflektierender vielmehr sowieso die ganze Zeit selber zuschaut (auch

beim Zuschauen) - und sich selbst damit schlichtweg das liebste Publikum ist?

Letzteres stimmt zwar nicht, die gedankliche Einlassung soll aber den Witz, die

Präzision und die Großzügigkeit eines Blicks verdeutlichen, der zuallererst auf sich

selbst gerichtet überaus amüsant zu inspirieren vermag und dann in der

Konfrontation mit anderen Menschen immer andere als schon gesprochene

Gespräche und andere als schon gesehene Einblicke zu Tage fördert.

Wem das jetzt alles zu kompliziert war: Reinhard Winkler hat Germanistik studiert, ist

jetzt Pressefotograf, u.a. Autor für die Linzer Kunst- und Kulturzeitschrift

„spotsZ“, die OÖ Nachrichten und betreut die Internetliteraturplattform Aurora. Er ist verheiratet und hat

drei (fast) erwachsene Kinder (letzteres zum Familienstand schreibt man doch bei

Features so, oder?).

Tanja Brandmayr, 2006